Kufsteinerland

Sommerkino am Thiersee

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Sommerkino - Das doppelte Lottchen

Am 11. August heißt es Film Ab in Thiersee. Unter den Sternen in fantastischer Kulisse wird "Das doppelte Lottchen" um 20:30 Uhr im Open Air Kino gezeigt. Zusammen mit Kooperationspartner „Der Blaubart“ verwandelt sich Thiersee in ein Wohnzimmer im Freien.

Die Filmauswahl könnte passender nicht sein: Die Verfilmung von Erich Kästners Kinderbuch wurde in Thiersee gedreht. Und es war in den 50er Jahren sogar ein Tabuthema, an das sich Erich Kästner wagte: Als erster Autor der Nachkriegszeit thematisierte er in einem Kinderbuch das heikle Thema Scheidung. Trotz heftiger, kritischer Diskussionen wurde die Verfilmung damals ein großer Erfolg und erhielt als erster Film den deutschen Bundesfilmpreis. Aber nicht nur „Das doppelte Lottchen wurde in Thiersee gedreht, sondern für lange Zeit hieß es „Film ab“ in Thiersee im Kufsteinerland, das kleine Hollywood der Alpen.

Insgesamt 18 Spielfilme entstanden zwischen 1946 und 1952 in Thiersee im Kufsteinerland. Darunter auch der Klassiker „Das doppelte Lottchen“ – der nun neu verfilmt wurde. Ein passender Anlass, um auf die beeindruckende Filmgeschichte Thiersees zurückzublicken.

Hollywood, Bollywood, Tirollywood

Was viele nicht wissen: In der Nachkriegszeit war das beschauliche Thiersee im Kufsteinerland eine Hochburg für Filmproduktionen. Bekannte Schauspieler wie Hans Albers, Curd Jürgens, Gunter Philip oder Dietmar Schönherr standen in dem damals als das „kleine Hollywood der Alpen“ bekannten Ort vor der Kamera. Auch die Bavaria Filmstudios mit Sitz in München, eines der größten deutschen Filmunternehmen, nutzen die Tiroler Alpen damals wie heute als spektakuläre Kulisse. 1945 jedoch wurden die unbeschädigten gebliebenen Studios der Bavaria Film der amerikanischen Armee unterstellt, die der Bavaria jegliche Produktionstätigkeit verbot. Die amerikanische Militärregierung hatte der Bavaria Film allerdings erlaubt ihre Studios an andere Produktionsfirmen zu vermieten. So entstanden hier ohne direkte Mitwirkung der Bavaria unter anderem „Das doppelte Lottchen“.

Drehort: Passionsspielhaus Thiersee

Das damals leerstehende Passionsspielhaus Thiersee wurde nach dem zweiten Weltkrieg als Filmstudio genutzt: Zwischen 1946 und 1952 entstanden hier 18 deutsche und internationale Spielfilme, darunter der Erfolgsfilm „Das doppelte Lottchen“. Heute werden im Passionsspielhaus Thiersee alle sechs Jahre die Passionsspiele aufgeführt (nächster Termin: 2022), ein Gemeindeprojekt, bei dem ausschließlich Laiendarsteller und Musiker aus Thiersee mitwirken dürfen.

Themenwege „Das doppelte Lottchen“ und „Tiroler Traumfabrik“ erinnern noch heute an die Hochzeit des Films am Thiersee

Zwei filmische Themenwege führen durch das Kufsteinerland und zeugen noch heute von der glanzvollen Zeit: Der Weg „Das doppelte Lottchen“ beginnt am Passionsspielhaus in Thiersee und lässt die Geschichte an fünf Stationen kindgerecht Revue passieren. Interaktive Elemente zu Dreh, Film und den Zwillingen säumen den Weg. Darüber hinaus gibt es eine Quiz- und eine Fotostation für ein kleines Familienshooting, echte Filmrequisiten und die Möglichkeit Filmszenen mit Pfeifen, Kokosnüssen oder Waschrumpeln nach zu vertonen.

Auf den Spuren des Themenwegs „Tiroler Traumfabrik“ lernen Wanderer Thiersee und seine Filmgeschichte spielerisch kennen. Sie steigen aktiv in die Filmkunst ein, lernen einfach Tricks und schärfen das Bewusstsein für den Film und filmisches Gestalten. Als Teil des Wegs wurde der Spielplatz vor dem Passionsspielhaus Thiersee um zwei „Doppelte Lottchen“-Stationen erweitert: Das Bett der Zwillinge dient beispielsweise als Sprungstation und an einer weiteren Station können große, montierte Würfel so gedreht werden, dass sich verschiedene Bilder aus dem Film ergeben.