Kufsteinerland

Sonnige glück.tage 2017

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Sonnige glück.tage 2017

Nach dem Premieren-Erfolg im Vorjahr gingen die glück.tage 2017 im Kufsteinerland in eine zweite Runde - und das bei hochsommerlichen Temperaturen. Der Mix aus wunderbarer Natur, bereichernder Kultur, kulinarischen Genüssen und hochkarätigen Vorträgen von Top-Speakern wie Horx, Stern, Storl und Kaiser ließ rundum glückliche BesucherInnen zurück.

„Alle Menschen dieser Welt wünschen sich, glücklich zu sein...“ eine universelle Sehnsucht, von der auch die Kufsteiner Autorin Brigitte Weninger überzeugt ist. Gemeinsam mit ihrem Bruder Thomas Weninger hat sie die glück.tage initiiert, ein neues Festival für Literatur, Philosophie, Natur und Genuss. Von 24.-28. Mai 2017 wurde es mit dem Veranstalter Tourismusverband Kufsteinerland zum zweiten Mal durchgeführt.

Eingeläutet wurden die glück.tage mit einem Lese.Glück Flashmob. Diese augenzwinkernde „Aktion gegen die Regalhaltung von Büchern“ ist vor allem bei Familien beliebt, und so strömten rund 350 Leseratten mit ihren Lieblingsbüchern in den Kufsteiner Stadtpark. Nach einer fulminanten Streetdance-Einlage der JUZ-B-Boys und B-Girls gab das Glück.Orchester Atteso String Quartet am Abend noch ein HAPPY!-Konzert mit Kammermusik-Versionen von Klassik bis Pop. Das ukrainische Quartett bezauberte auch die TRÄUMEREI #8 -Gäste und begleitete alle Abend-Veranstaltungen mit ihren Glück-Harmonien.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen von Zukunftsoptimismus und der Verbindungen zwischen Angst und Glück. MATTHIAS HORX, einer der bedeutendste Zukunftsforscher Europas, trat zu Christi Himmelfahrt gleich zweimal an und erläuterte in spannenden Darstellungen, was Glück mit Angst und Zukunft zu tun hat. Beim „Privatissimum“ im Kufsteiner Bürgersaal nahm er sein 50-köpfiges Publikum mit auf eine Reise zu unseren tiefsten menschlichen Ängsten und schaffte es zugleich sie mit neuen Argumenten zu zerstreuen.

Hochspannend ging es am Abend beim HORX-Vortrag vor 750 Zuschauern im Passionsspielhaus Erl weiter. Sind wir wirklich zukunfts-unglücklich? Horx behauptet es. Seiner Überzeugung nach steht Zukunft in einem engen Verhältnis zur Angst. Im Gegensatz zu Tieren denken wir antizipativ und malen uns eine irreale Zukunft aus. Die „Welt“ jedoch wird nachweisbar weder schneller, ärmer, verschwenderischer noch kriegerischer. Wir nehmen es durch explodierenden Medienkonsum und reichweiten-geilen Headlines nur so wahr

„Awfulizing“ nennt Horx diese alles schlechtmachende Tendenz zum Schwarzsehen. Anhand beglaubigter Statistiken verdeutlichte Horx jedoch, dass derzeit kein Mensch hungern müsste, es genügend Strom für alle gibt und Arbeitsplätze nicht verringert, sondern nur in andere Bereiche verlagert werden. Auch Phänomene wie Down-Aging, Co-Living, Co-Working oder Co-Gardening sind Zeichen dafür, dass gerade eine „Zurück-Bewegung“ stattfindet - Horizont-Erweiterung und Rückbesinnung auf die Wurzeln zugleich. Vinyl und einfache Handys werden wieder modern, ein Prozess der Re-Analogisierung hat begonnen. Wir gehen nicht mehr offline, wir sind „OM-line“, sagte Horx, und beschreibt eine neue Verbindung von Sozialbeziehungen mit digitalen, aber maßvoll genutzten Möglichkeiten.

Ohne Unglück kein Glück

Das klingt hart, macht aber Sinn. Glück ist ein Gefühl – und Gefühle vergehen. In Glücksmomenten erwacht oft der Wunsch, dass es unendlich lang anhalten möge. Unweigerlich damit verbunden ist die Angst, dass es wieder enden wird. Hier gibt es Widerstände in uns. So zitiert Horx Bestseller-Autor Stephen Covey: „Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern so, wie WIR sind.“ – und appelliert an die innere Einstellung, die unsere Wirklichkeit erzeugt. Horx nennt Achtsamkeit als Schlüssel zur Selbst-Wirksamkeit. Besonders schön ist auch die Schluss-These seines Vortrags: „Zukunft entsteht, wenn Beziehungen gelingen!“

Zurück in die Kindheit

Können wir wieder werden, was wir waren? Eine Gebrauchsanleitung dazu erhielten 400 begeisterte Besucher von André Sterns Vortrag „Werde, was du warst – Vertrauen ins Kind-Sein“ im Kultursaal Langkampfen am Freitagabend. Obwohl Stern selbst nie eine Schule besuchte, hat er drei Berufe erlernt, spricht fünf Sprachen, und bekleidet wichtige Positionen in der französischen Theaterwelt. Ein Phänomen! Wirklich? Stern machte auf höchst charmante Art und Weise deutlich, was man im Leben wirklich wissen und können sollte, und wie man seine Begeisterung und Kreativität wachhält.

Ab in die Natur

Dass das Glück nicht nur in uns selbst zu finden, sondern auch draußen in der Natur versteckt ist, legte der prominente Ethnobotaniker DDr. Wolf-Dieter STORL am Samstag, 27. Mai nahe. Sein vielschichtiges Wissen um die heilbringende Kraft von Pflanzen und Bäume durften die 50 Teilnehmer der Natur-Wanderung „Zauberpflanzen und Heiler am Wegesrand“ im Kaisergebirge aus nächster Nähe erleben.
Storls Abend-Vortrag „Vom Glück ein Teil der Natur zu sein“ zog dann 400 Zuhörer im Passionsspielhaus Thiersee in Bann. In seiner liebenswert-direkten Art vermittelte Storl naturnahe Glück-Symbole, Rituale und Mythen, die Menschen weltweit seit Jahrtausenden nützen, und beschrieb auch den Weg zum persönlichen Lebensglück.

Mit einer Gute-Laune-Lesung in den Sonntag

Am letzten Tag des glück.tage-Festivals startete die junge österreichische Bestsellerautorin Vea Kaiser bei ihrer Open-Air-Matinee-Lesung im vollbesetzten Vitus&Urban-Cafe des arte Hotels einen Angriff auf die Hirnwindungen und Lachmuskeln ihrer Zuhörer. Kaiser las aus ihren Familien-Romanen „Blasmusikpop“ und „Makarionissi“ ebenso heitere wie berührende Geschichten von Glück und Unglück, die in vielen Besuchern Erinnerungen an selbst Erlebtes wachriefen.

So gerieten die sonnigen glück.tage 2017 neuerlich zu einem fulminanten Erfolg, der bei Veranstaltern, Initiatoren, Sponsoren und Besuchern strahlende Gesichter und den Wunsch nach einer dritten Auflage hinterließen. Die Details dazu werden im Oktober 2017 auf der Website veröffentlicht.